Reisebericht über Opferfest 2016 nach Libanon

Bevor ich über die Aktivitäten der Gruppe berichte möchte ich meine Beweggründe für diese Reise anführen. Ich habe mir überlegt, was möchte ich durch meine Reise nach Libanon für mich erreichen? Zuerst kann ich sagen, dass ich die Lage vor Ort erfassen wollte, die Aktivitäten beobachten, damit ich authentischer darüber sprechen kann.

Ich habe festgestellt, dass die anderen in der Gruppe ähnliche Vorstellungen hatten. Wir wollten, mit eigenen Augen sehen, wie das Geld, was gespendet wurde eingesetzt wird. Unsere Gruppe war mit dem Reiseführer neun Mann Stark. Vier Frauen und fünf Männer. Aus Verschiedenen Bundesländer Österreichs.

 

11.09.2016 Anreisetag

Unser erster Flug ging um 6:50 Uhr in Wien los. Der erste Stopp war in Istanbul. Nach zwei Stunden Zwischenaufenthalt ging es dann nach Beirut/ Libanon. Ohne Zwischenfällen sind wir dann 15:30 in unserem Hotel angekommen, was durch Sponsoren finanziert wurde, angekommen. Nach zwei Stunden ausruhen und einchecken wurden wir zum Essen ausgeführt. Dafür war auch ein Geschäftsmann zuständig. Beim Essen wurde auch der nächste Tag besprochen.

 

12.09.2016 Opferfesttag

Als ersten sind wir in die große Moschee Muhammad al Amin zum Festgebet gefahren.

Hier muss ich anmerken, dass Beirut Religiös sehr durchmischt ist. Da gibt es die Muslime – Sunniten, Schiiten, Drusen, Christen mit ihren verschiedenen Gruppierungen. Beirut ist auch in West und Ost- Beirut aufgeteilt. Wo, in West- Beirut vorwiegend von Christen und Ost- Beirut vorwiegend von Muslime bewohnt werden. Es gab Straßen und Gebiete wo nicht fotografiert werden durfte.

Wie es auch sei, wir sind nach dem Festtagsgebet, was sehr geordnet war, zur einer der fünf Schlachthöfen gefahren, wo unter anderem auch für Rahma Austria geschlachtet wurde.

Die Spender haben ihre Vekalet (Verantwortung) an uns übertragen und wir haben diese Verantwortung an Rahma weitergegeben, diese wiederum an die Schächter vor Ort. Ich konnte beobachten, dass die Schafe in Zehner Blöcken und die Rinder in Dreiblöcken, von professionellen Schächter geschlachtet und zerteilt wurden.

Zum Frühstück ging es dann ins Rahma Vertretung in Beirut.

Nach dem Frühstück haben wir im Camp Burj al Barajnah im Süden von Beirut, wo vorwiegend Palästinensische Flüchtlinge wohnen, Familien besucht und beschenkt. Wir wurden sehr Herzlich und mit offenen Armen empfangen. Jeder hat seine Geschichte und doch hatten die Menschen ein Leuchten in den Augen, was für mich bedeutete; Sie haben trotz allem Lebensfreude und Hoffnung. Sie waren nicht nur Nehmer sie gaben mir Kraft, durch ihre Haltung zu ihrem Leben. Man muss bedenken unter welchen Umständen diese Menschen ihr Leben beschreiten.

Camp  Burj al Barajnah im Süden von Beirut

Dieses Camp ist sozusagen ein Stadtteil von Beirut. Es ist eine Stadt für sich. Die Straßenbreite ist ca. 70cm, man geht aus der Straße direkt ins Haus. Es ist auf ein Quadratkilometer aufgebaut und es Leben 27 000 Menschen darin. Jeder hat nach seinem können, mit Spenden oder eigenen Mitteln, aus Beton ganz einfach gebaut. Stockwerk über Stockwerk. Die Abenteuerlich gelegten Elektroleitungen bergen Gefahr für klein und groß. Unser Reiseleiter berichtete bis zu drei tote im Jahr, nur durch diese Elektrokonstruktion. Die ersten zwei Stockwerke empfangen keine Sonnenstrahlen mehr. Zum Teil fließt Spülwasser direkt auf die Straße. Ich könnte mit dieser Berichterstattung fortfahren, aber ich möchte es dabei belassen. Nur eine kleine schriftliche Ausführung sollte reichen.

Nach dem Mittagsgebet haben uns im Rahma Austria Gebäude die Waisen/ Yetim begrüßt. Hier hatten wir die Gelegenheit ihnen unsere Geschenke und das Kurbanfleisch zu überreichen. Es war beeindruckend, wieviel aus wie wenig gemacht werden konnte. Alle Ehrenamtliche Helfer haben ein schönes Ambiente für die Waisen und ihre Angehörigen geschaffen.  Es war sehr gut organisiert. Wir hatten nur die Aufgabe die Geschenkpakete und das Kurbanfleisch zu überreichen.  Nach Asr waren wir wieder in unserem Hotel. Überwältigt von der Gastfreundschaft und Liebe der Menschen um uns herum. Rahma betreut 70% der Waisen in Beirut.

 

13.09.2016 Reise mit unserem Bus in die Beka Ebene

Am zweiten Festtag besuchen wir eine Zweigstelle der Rahma in der Beka Ebene Mitte, mit dem Namen – Rual Hayr (~ Wunsch zum Gutes tun). Hier stellten die Ehrenamtliche Mitarbeiter uns ihre Projekte vor. Sie Vermitteln Patenschaften für Waisen aus Syrien, für behinderten Menschen und bedürftige Familien. Ganzjährige Kurse im Islamischen Ahlaq, Monatliche Psychologische Unterstützung und Hilfe, Vorbereitung der Syrischen Kinder für die Libanesische Schule. Der letzte Punkt muss erklärt werden. Bruder Yunus, Palästinensischer Syrer, erklärt uns, dass die Schulsprache in Libanon Englisch ist. Aus diesen Gründen sind Syrische Flüchtlingskinder in der Schule benachteiligt. Es gibt Außerdem noch ein Problem auf dem Weg der Bildung für die Syrischen Flüchtlingskinder; Der Transport vom Lager in die Öffentlichen Schulen, die etwa 25€ pro Kind kostet. Hier werden wir direkt gebeten, durch Patenschaften, dieses Problem zu beseitigen.

An diesem Punkt habe ich mir Gedanken gemacht, was die Umma sonst noch tun könnte, um diesen Kindern ihren Weg der Bildung ein wenig zu ebnen. Mit Allahs Hilfe möchte ich in der Muslimischen Gemeinden Gelder sammeln, damit die Rahma in Libanon ein bis zwei Kleinbusse kaufen kann, damit die Kinder in die Schule kommen können. In dieser Niederlassung haben wir auch Waisenkinder beschenkt. Die Mitarbeiter sind sehr Engagiert, Freundlich und offen. An diesem Tag waren wir in drei Zelt oder Containercamps zugegen. Hier haben wir an Waisen und was noch von ihren Familien übrig war Fleisch und Geschenke verteilt.

Die Lage dieser Camps ist Herzzerreißend und trotzdem haben die Bewohner eine innere Zuversicht, Ruhe, Dankbarkeit, Freundlichkeit, ich kann es nicht in Worte fassen, sie sind einfach Lebenswillig und Lebensfähig.

Ich möchte eine Begegnung mit einem neun Jährigen Mädchen mit euch teilen. Ich saß im Schatten von einem Zelt, der, wie mir schien, aus Lumpen zusammengestellt war. Da kam ein Mädchen zu mir und setzte sich hin. Sie begann zu sprechen und zeigte auf ihre Füße. Ich versuchte mit ihr auf Englisch zu kommunizieren, das klappte nicht. Ich gestikulierte mit Händen, dass ich kein arabisch kann. Dann war es egal wir sprachen mit unseren Herzen zueinander. Wir erklärten uns gegenseitig, dass wir uns liebten, wir sagten uns unsere Namen und umarmten uns. Der Vater war an einem Rollstuhl gefesselt, eine Mutter war nicht in Sicht, da waren noch zwei andere kleine Schwestern. Sie liefen Barfuß herum. Sie wurde geholt, damit sie das Kurbanfleisch in Empfang nehmen konnte. Da sah ich die kleine Schwester von ihr, sie hatte überdimensionale Gummischuhe an. Meine Kleine Freundin hingegen war jetzt Barfuß. Jetzt hatte ich verstanden; Sie fragte vorhin nach Schuhe.

Auf der Rückfahrt fragten wir uns als Gruppe, was haben wir aus diesen Besuchen in diesen Lagern gelernt, oder was wollte Allah uns damit lehren, was war unser Aufgabe jetzt, nach dem wir solche Erlebnisse hatten????

Wir haben uns alle etwas vorgenommen, jetzt ist es an euch die diese Zeilen lesen, selbst nachzudenken was kann ich tun, was ist meine Aufgabe, wie kann ich Nachhaltig und dauerhaft helfen. Ich kann euch mit Freudentränen mitteilen, dass diese Familie eine Partnerfamilie gefunden hat, die sich ihr Annehmen wird.

 

14.09.2016 Reise in die Nördliche Camps von Beirut

An diesem Tag konnte leider aus Gesundheitlichen Gründen nicht mitfahren. Die Freunde aus der Gruppe haben an diesem Tag vier Waschmaschinen an Bedürftige Familien verteilt. Diese wurden von der Rahma Vertretung in Beirut gekauft und an sie überreicht.

 

15.09.2016 Abreisetag

Unsere Gruppe war toll! Das muss auch gesagt werden. Verschieden Charaktere, aus verschiedenen Gemeinschaften, verschiedene Altersgruppen und doch eins. Wir waren uns einig wir müssen mit voller Kraft uns weiter für diese Menschen einsetzen und ihr Sprachrohr sein. Wir müssen versuchen viele davon zu überzeugen, dass auch sie etwas tun können. Es ist nicht ein Tropfen auf dem heißen Stein, sondern viele Tropfen können ein Strom werden.

Es ist für mich auch wichtig, den Islamischen Zugang zur Spende neu zu beleben. „Der Besitz ist mir geliehen, wenn ich habe muss ich sowieso geben. Die Kunst ist, wenn ich gebe und dieses fehlt mir wo anders, dann habe ich gegeben.“ In diesem Sinne wünsche ich jedem ein Herz der auf den einen einzigen Vertraut und gibt obwohl er selbst nicht reichlich hat.

 

Wassalam
R. Akbulut

 

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