Reise nach Jordanien

Bevor ich unsere Reise nach Jordan zusammenfasse und die persönlichen Eindrücke schildere, möchte ich mich zunächst bei allen Spendern und Spenderinnen von Rahma Austria bedanken. Erst durch eure Unterstützung war die Umsetzung dieser tollen Spendenaktion möglich. An dieser Stelle ist natürlich auch zu erwähnen, dass seit Jahren durch die Bemühungen von Rahma Austria die unterschiedlichsten Projekte weltweit umgesetzt werden können. Für diesen außerordentlich tollen Einsatz bedanken wir uns herzlich und wünschen dieser Organisation weiterhin viel Erfolg auf diesem Weg.

In der von uns besuchten Stadt Jordan leben derzeit über eine Million syrischer Flüchtlinge. Ein Großteil dieser Menschen lebt noch immer in Zelten, die in der Nähe der syrischen Grenze zur Verfügung gestellt wurden. Mit einer erstaunlichen Anzahl von 150 000 Flüchtlingen wurde das größte Flüchtlingslager überflutet. Diese Anzahl nahm im Laufe der Zeit durch die Abwanderung nach Europa auf 70 000 Menschen ab.

Da vor langer Zeit auch PalästinenserInnen nach Jordan geflüchtet sind, befinden sich dort auch 13 palästinensische Lager, die man mittlerweile als kleine Dörfer bezeichnen kann. Diese Dörfer sind mit Schulen und Einkaufmöglichkeiten ausgestattet, und werden auch von nicht palästinensischen Menschen besucht. 10 dieser Lager sind geschützt und dürfen durch das jordanische Heer nicht gestört werden. Der Grund für diese Regelung war der Konflikt, der 1970 zwischen der jordanischen Regierung und dem palästinensischen Volk stattfand. Im Zuge dieses Krieges wurden die Lager durch die USA durch den Kauf der betroffenen Regionen in Schutz genommen und zu kleinsten Preisen an das palästinensische Volk vermietet. Trotz dieser regionalen Abgrenzung sind die palästinischen EinwohnerInnen frei in jeder Hinsicht. Sie verlassen ihre Lager auch und haben auch Arbeitsmöglichkeiten außerhalb ihrer Lager. Der Großteil der Bevölkerung besteht aus palästinensischen EinwohnerInnen. Trotzdem beklagt sich das Volk über die unzureichende Wertschätzung und Ungerechtigkeiten der Regierung.

Als Beispiel dafür kann man den Weg anführen, der von Amman nach Syrien führte. Hier wurden Märkte aufgebaut und Menschen, die den armen Menschen dort helfen wollten, unterstützten sie durch ihre Einkäufe auf diesen Märkten. Dieser Weg wurde von der Regierung durch den Bau einer Brücke unterbrochen, was das Erreichen dieser Region unzugänglicher machte. Dieses Lager, das mit 4000 m2 schon fast als eigene Ortschaft betrachtet werden kann, wird von rund 150 000 Menschen bewohnt.



Nach dem Besuch dieser Ortschaft setzten wir uns als nächstes Ziel das sich in Jarash befindliche Lager Suuf, welches im Jahre 1968 durch die PalästinenserInnen errichtet wurde und 16 000 Menschen eine Wohnmöglichkeit bietet. In einer Madrassa trafen wir uns vor Ort mit bedürftigen Menschen, denen wir unsere Hilfsleistungen überreichten. In dieser Madrassa werden Kinder von der ersten bis zur siebenten Schulstufe unterrichtet, wobei die Schule von einer erstaunlich hohen Anzahl von 7000 Schülern und Schülerinnen besucht wird. Waisenkinder und syrische Flüchtlingskinder werden in dieser Schule kostenlos unterrichtet und können trotz ihrer schlechten finanziellen Lage den Zugang zur Bildung genießen. Familien, die die nötigen finanziellen Ressourcen nicht aufbringen können, werden ebenfalls durch eine Reduzierung der Bildungskosten auf 50% des eigentlichen Preises unterstützt.   



Durch die Zusammenarbeit mit einer anderen Hilfsorganisation wurden wir auf 50 Waisenfamilien aufmerksam und versuchten sie mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln und Decken zu versorgen. Natürlich haben wir auch die Kinder nicht vergessen und Ihnen mit Spielsachen eine Freude bereitet.

Die hier wohnenden Menschen leben hauptsächlich von ihren Bauernhöfen. Da Arbeitsmöglichkeiten zu weit entfernt sind, haben auch junge Menschen kaum eine Ausbildungsmöglichkeit für andere Berufe. Durch diesen Teufelskreis ist kaum eine Weiterentwicklung zu erreichen, was die Lebenslage der BewohnerInnen erschwert. Ihnen Hoffnung zu schenken und zu zeigen, dass man sie nicht vergessen hat, und sie zu unterstützen, war für uns eine große Freude. Sprachliche Kommunikationsschwierigkeiten wurden durch die freudigen Gesichter der Menschen schnell überwunden.

Noch am selben Tag erreichten wir das Lager Gaza mit 31 000 Einwohnern und fanden dort die Gelegenheit, Erinnerungen auf Fotos festzuhalten und die dortige Lage zu dokumentieren.





So verging unser erster Tag, der etwas anstrengend war, aber auf jeden Fall befriedigend verlief.
 
Am nächsten Morgen machten wir uns frühzeitig auf den Weg und erreichten nach einer eineinhalbstündigen Fahrt die im Norden befindliche Stadt Al Mafraq. Wir beabsichtigten, eine Schule für geistig und körperlich behinderte Kinder zu besuchen und dort unsere Hilfsleistungen anzubieten. Diese Schule wurde von der Hilfsorganisation eröffnet, mit der wir kooperierten und bietet einen kostenlosen Bildungszugang für behinderte Kinder. Gleichzeitig ermöglicht sie aber auch Schulplätze für syrische Flüchtlingskinder. Die Kinder werden mit Bussen von naheliegenden Regionen abgeholt und nach Ende des Schultages wieder nach Hause gebracht.  

Der Direktor der Schule nahm sich die Zeit, um uns einen Einblick in den Schulalltag zu geben und führte uns durch die Klassen.

70 körperlich oder geistig behinderte Kinder und 70 syrische Flüchtlingskinder werden an diesem Schulstandort unterrichtet. Außerdem unterstützt diese Schule 300 Waisenkinder und 2000 Familien, die sich in Notlagen befinden. Diese Hilfen werden durch die Spenden an die Schule ermöglicht. Rahma Austria finanzierte dieser Schule vor zehn Jahren einen Schulbus und bezahlt das monatliche Einkommen von zwei Lehrpersonen.    

Einer der Hauptgründe unseres Besuches war die Eröffnung des Solarkraftwerks, das durch unsere Spenden finanziert wurde. Da die besuchte Schule keinerlei Einnahmen für die Bildung der Kinder erhält, stellen Spenden und Hilfsleistungen die einzige Finanzierungsquelle dar. Durch dieses Projekt von Rahma Austria konnte eines der Hauptprobleme, nämlich die Versorgung mit Wasser und Strom, aufgehoben werden.

Nach der Eröffnung aßen wir mit den Kindern zu Mittag und verbrachten sehr wertvolle Zeit mit ihnen. Ihre Dankbarkeit und Liebe war zu spüren und auch wir waren dankbar, diese tolle Erfahrung machen zu dürfen und vor Ort diese tollen Momente zu teilen. Wir überraschten die Kinder mit Schuhen und machten 60 Familien der Schule eine Freude mit Lebensmitteln und Decken.

Auch wenn es uns schwer fiel, diese liebevolle Atmosphäre wieder zu verlassen, verabschiedeten wir uns von den Lehrpersonen und den Kindern und machten uns auf den Weg nach Amman.



Am letzten Tag ging es für uns zur syrischen Grenze, um drei weitere Flüchtlingslager zu besuchen. Die Grundstücke, auf denen sich 42 Lager befinden, werden von den Inhabern kostenlos zur Verfügung gestellt.



Das erste Lager, das wir besuchten, wurde von 13 Familien bewohnt. Wir hinterließen diesen Familien Bargeld, um ihre finanzielle Lage, wenn auch nur für begrenzte Zeit, zu verbessern.

35 Familien befanden sich im zweiten Lager. Dort verteilten wir Lebensmittel, Decken und Treibstoff.

Auch im letzten Lager, bestehend aus 25 Familien, beglückten wir die Flüchtlinge mit unseren Spenden.
 


Nach all der Armut und der Not, die wir beobachten konnten, bleibt es ein Rätsel, warum die Spenden an die Flüchtlinge nur mehr ein Zehntel im Gegensatz zu früher betragen. Vermutlich liegt das auch an den Medien, für die leider die Situation der Flüchtlinge einfach nicht mehr spannend genug ist, um darüber zu berichten.

Ich bin äußerst froh, an einem solch tollen Projekt teilgenommen zu haben und bedanke mich bei allen, die das ermöglicht haben.

İskender Küçükoğlu

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