Ramadan in Jordanien

Wir hatten in diesem Ramadan die Möglichkeit, nach Jordanien zu reisen, um dort in den Flüchtlingslagern Hilfsleistungen anzubieten.

Nach unserer Ankunft in der Hauptstadt Amman wurden wir von unserer Partnerorganisation abgeholt und zu unserer Unterkunft gebracht.

Am nächsten Morgen sind wir dann auch schon zu unserem ersten Ziel aufgebrochen. Nach einer zweistündigen Autofahrt sind wir in North Badieh angekommen. Dort besuchten wir zunächst eine Schule, die für Flüchtlingskinder mit einem Handicap errichtet worden war. Es war ein zweistöckiges Gebäude. Darin werden im unteren Stockwerk Kinder bis zum 15. Lebensjahr unterrichtet. Im oberen Stockwerk sind hauptsächlich Kindergartenkinder untergebracht, jedoch fand bis kurz vor unserer Ankunft ein Projekt statt, in dem syrischen Flüchtlingskindern ab 11 Jahren die Möglichkeit gegeben wurde, ihre vom Krieg ausgelösten Traumata psychologisch behandeln zu lassen.

Die Klassenzimmer waren an die Bedürfnisse der Kinder angepasst. Es gab also ein geeignetes Klassenzimmer für Kinder mit einer Sehschwäche, ein spezielles Klassenzimmer für Kinder mit einer Hörschwäche, ein Klassenzimmer war eigens für Kinder mit körperlichen und eines für Kinder mit geistigen Einschränkungen errichtet worden. Es gibt sogar einen speziellen Raum, in dem traumatisierte Kinder das Erlebte spielerisch verarbeiten können.

Durch die Spenden, die Rahma Austria sammeln konnte, wurde für diese Schule eine Solaranlage errichtet, die die Energiekosten von 200 JOD (Jordanische Dinar) auf 0,- JOD reduzieren konnte.

In dieser Schule wird auch die von Rahma ins Leben gerufene und finanzierte Ausbildung für Schneiderinnen angeboten. Den künftigen Schneiderinnen wird ein Atelier zur Verfügung gestellt, in dem sie ihre Ausbildung absolvieren können. Die Teilnehmerinnen dieses Kurses sind meistens geflüchtete Witwen, die ihre Ehemänner im Krieg verloren haben und die sich darum bemühen, mit Hilfe dieser Ausbildung selbstständig für ihre Familien zu sorgen und ihren Lebensunterhalt finanzieren zu können.

Es ist geplant, durch weitere Spenden zusätzliche 20 Nähmaschinen zu kaufen, um noch 20 Personen die Teilnahme an dieser Ausbildung zu ermöglichen.

Als nächstes fuhren wir weiter zu einem syrischen Flüchtlingscamp, das nur einige Fahrminuten von der Schule entfernt war. In diesem Camp wurden Lebensmittelpakete sowie Zakat und Fitr verteilt.

Die Menschen hatten sich dort aus Zelten Unterkünfte gebaut. Es gibt keine Sanitäranlagen und in einem Zelt leben mehrere Familienangehörige zusammen.

Wir besuchten zwei weitere solcher Camps, die sich ungefähr 10 Minuten voneinander entfernt in einem Ort namens Sabbah in der Region North Bediah befinden.

An diesem Tag wurden in diesen drei Camps um die 100 Lebensmittelpakete verteilt.

Im letzten Camp, das wir besuchten, konnten wir gemeinsam mit den dort lebenden Menschen ein Iftar-Mahl für 150 Personen anbieten.

Das war natürlich ein Abend, der uns nicht nur an den Segen des Ramadan und an die Pflicht, seinen Mitmenschen eine helfende Hand zu reichen, erinnerte, sondern an den wir uns auch gerne zurückerinnern werden.

Nach dem Iftar fuhren wir wieder nach Amman, um den nächsten Tag voller Energie starten zu können.

Am zweiten Tag fuhren wir Richtung Nord-Westen in die Stadt Jerash, wo wir ein zweites Camp besuchten. Diesmal handelte es sich um ein palästinensisches Flüchtlingslager.

Das Camp nannte sich Camp Gaza, da sich in diesem Camp Geflüchtete aus dem Gaza-Streifen eine Unterkunft aufgebaut haben. Auch hier fuhren wir zunächst zur dort errichteten Schule, für welche die im Lager lebenden Menschen 15 Jahre lang gespart hatten. Als wir das Schulgebäude betraten, hießen uns einige Schulkinder mit einer einstudierten Choreografie willkommen. Die schöne Choreografie und das breite Lächeln der Kinder überraschten und erfreuten uns sehr. Doch auch wir hatten an diesem Tag eine kleine Überraschung für die Schulkinder.

Anschließend wurden wir vom Direktor der Schule herzlich in Empfang genommen und über die Schule und das Camp informiert. In dieser Schule gibt es 4 Klassen, wo Kinder zwischen 4 und 5 Jahren unterrichtet werden. Drei dieser Klassen waren für Kinder im Alter von 4 Jahren und eine Klasse war für die 5-jährigen. Jede dieser Klassen wird von 36 Kindern besucht.

Da die Kapazitäten der Schule ausgeschöpft sind, kann sie leider nicht mehr Kinder in dieser Schule aufnehmen, daher gibt es viele Kinder, die darauf warten, einen Schulplatz zu bekommen.

Leider waren an dieser Schule nicht nur die Schulplätze begrenzt, es fehlte ihnen auch an Lehrmaterialien. Die Lehrer hatten nur ein einziges Buch zur Verfügung, das als Anleitung für die Lehrer dienen sollte. Die Kinder selbst hatten gar keine Bücher, ihnen fehlte es auch an anderen essenziellen Dingen, wie zum Beispiel einem CD-Player, um das Hörverständnis der Kinder zu fördern.

In dieser Schule wäre es ebenfalls von Vorteil, eine Solaranlage errichten zu lassen, da, wie vorhin bereits erwähnt, diese Schule nur aus den seit 15 Jahren hart ersparten Spenden finanziert wird.

Nachdem auch hier um die 80 Lebensmittelpakete verteilt wurden, hatten wir einige Festtagsgeschenke für das Ramadan-Fest mitgebracht, die wir an die Kinder verteilten.

Natürlich wurden auch hier im Gaza Camp Zakat und Fitr verteilt, wobei uns die ganz anderen Umstände auffielen. Hier wohnten die Menschen nicht in Zelten, sondern in eigens für die Geflüchteten gebauten Lehmhütten. In einem Umkreis von 1 km² waren die Hütten errichtet, in denen insgesamt 30.000 Menschen lebten.

Diese Lehmhütten bestanden aus jeweils einem Zimmer für die ganze Familie, welche wiederum aus 11-12 Personen bestand. Sanitäranlagen waren wieder keine vorhanden. Die Menschen hatten versucht, diese Anlagen mit Metallteilen selbst für ihre Häuser zu bauen.

Viele Menschen, die wir dort besuchten, lebten nicht nur unter extremen Bedingungen, sondern sie hatten auch mit den verschiedensten, teilweise unheilbaren Krankheiten zu kämpfen. Doch auch hier sah man die Entschlossenheit der Menschen, die uns mit Dankbarkeit begegneten. Trotz ihrer Situation haben diese Menschen die Hoffnung auf eine bessere Zukunft für ihre Kinder.

Zum Abschluss konnten wir auch hier mit den Familien zusammen einen Iftar veranstalten und so gemeinsam die Bedeutung des Ramadans, nämlich das Fasten wie auch das Teilen und das Helfen erleben.

Mai 2019

Hulija Ali

 

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